Tipp zur Ferienzeit: Bei Flugreisen kann der Druckausgleich für Kleinkinder problematisch sein.
19. Juni 2009Ab einem Alter von fünf Monaten können Kleinkinder grundsätzlich mit ihren Eltern Flugreisen unternehmen. Maximale Dauer: drei Stunden. Allerdings müsse dabei einiges beachten werden, so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).
Kinder sollten beim Start und bei der Landung allerdings wach sein. So gelänge ihnen der Druckausgleich in den Gehörgängen besser, denn beim Starten würde das Trommelfell durch den äußeren Luftdruckabfall nach außen gedrückt. Bei der Landung stiege der äußere Druck wieder an, während im Mittelohr noch ein geringerer Druck herrschte.
Das Trommelfell wölbe sich deshalb nach innen. Dadurch entstehe ein Druckgefühl, das schlimmstenfalls zu kräftigen Ohrenschmerzen mit Hörproblemen führen könne. Dagegen helfe Schlucken: Die Ohrtrompete, die das Mittelohr mit dem oberen Schlundbereich verbindet, öffne sich. Die äußeren Luftdruckbedingungen würden so an das Mittelohr vermittelt.
Sehr kleine Kinder sollten daher bei Start und Landung am Schnuller saugen oder gestillt werden. Bei größeren Kindern helfe Trinken oder das Kauen eines Kaugummis.
Während des Fluges sollten kleine Kinder, so „personaltraining Schaupp“, auch zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes in der trockenen Kabinenluft viel trinken. Damit die Nasenschleimhäute nicht so schnell austrocknen, könnten Nasentropfen mit beispielsweise einer 0,9-prozentige Kochsalzlösung hilfreich sein.
Allerdings, so „personaltraining Schaupp“, sollten Eltern mit kleinen Kindern, die an einer Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung leiden, auf Flugreisen am besten verzichten. Unter Umständen könne es zu bleibenden Gehörschäden oder einem sogenannten Barotrauma (hier: Druckverletzung zumeist des Ohres durch das Fliegen) kommen.